Geschichte & Gebäude

Pfarrkirche St. Vitus - Filialkirche Pottenstetten - Kreuzbergkirche - St. Sebastian

Die Pfarrkirche St. Vitus

Burglengenfeld ist die zweitgrößte Stadt des Landkreises. Ihre Lage ist reizvoll. Geschützt zwischen zwei Bergen liegt die Innenstadt mit der Stadtpfarrkirche St. Vitus. Beherrschend ist der Burgberg mit der einst größten und bedeutendsten Burg in der Oberpfalz. Von gegenüber grüßt aus den Baumwipfeln der Turm der Kreuzbergkirche. Die Stadt (ca. 12 000 Einwohner) liegt an der Bundesstraße 15, der zentraloberpfälzischen Nordsüdachse, hat Autobahnanschluß und ist 25 km von Regensburg entfernt.

Burglengenfeld ist Geburtsort von Johann Michael Fischer, einem der großen Kirchenbaumeister des Barock im süddeutschen Raum. Er wurde als Sohn des Stadtmaurermeisters und Ratsherrn Johann Michael Fischer und seiner Gattin Elisabeth, geb. Gassenhiller, geboren. Dies bezeugt eine Taufurkunde vom 18. Februar 1692.

Die Geschichte des Christentums im heutigen Burglengenfeld beginnt mit einem Gotteshaus und einer Pfarrei, die heute nicht mehr existieren: St. Georg auf der Widen, in der jetzigen Vorstadt von Burglengenfeld.

vitusalt

um 700

Unter Herzog Theodo (680-717) hat das Christentum im Naabtal Fuß gefaßt. Zu dieser Zeit war der hl. Emmeram mit seinen Begleitern an den Hof des Herzogs Theodo nach Regensburg gekommen. Hier gründete er das später nach ihm benannte Kloster St. Emmeram. Mönche dieses Klosters kamen auch in das Naabtal und errichteten in Widen am rechten Naabufer ein Gebetshaus und weihten es dem hl. Georg. Seit dieser frühen Zeit hatte das Kloster St. Emmeram und sein Rechtsnachfolger, das Bistum Regensburg, durch Jahrhunderte Gebiets- und Rechtsansprüche im Raum Burglengenfeld.  

um 1136

Die Pfarrei St. Georg wird 1136 urkundlich erstmals bezeugt und bleibt bis ins 16. Jahrhundert Burglengenfelds erste Pfarrkirche. 1356 wurde die Kirche dem Zisterzienserinnenkloster Pielenhofen inkorporiert. Die Äbtissin erhielt das Recht, den Pfarrherrn für Lengfeld zu ernennen. Mit dem Ausbau der Burg zu Lengfeld in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts siedelten sich zahlreiche Handwerker mit ihren Familien am gegenüberliegenden Naabufer an.  

um 1315

Für sie wurde um 1315 die kleine gotische Kirche St. Veit erbaut. Über das Enstehungsjahr und den Erbauer ist keine Urkunde bekannt. Um 1326 wird von einem Benefizium St. Veit gesprochen. 1337 schenkte Ludwig der Bayer, der in seiner Jugend und auch als Kaiser häufig in Burglengenfeld weilte, den Gotteshäusern St. Georg und St. Veit ein Gut. Die jeweiligen Pfarrer lebten von dieser Pfründe.  

1425

In einer Urkunde vom 4. Dezember 1425 wird die Pfarrei wieder erwähnt. Von dem Landadeligen Heinrich von Sinzenhofer und den Bürgern der Stadt wurde eine Engelmeßstiftung errichtet, die mit einem Priester, dem "Engelmesser" besetzt wurde (im Gegensatz zum "Jörgenmesser" von St. Georg). In diesem Zusammenhang entstand auch der Pfarrhof. 1504 wurden die beiden Kirchen St. Georg und St. Veit im Landshuter Erbfolgekrieg geplündert und teilweise zerstört. Pfalzgraf Friedrich gab deshalb im Jahre 1512 den Bürgern das Recht, einen "Jahrmarkt zur Aufnehmung des Gotteshauses St. Veit und des Marktes" abzuhalten. Vitusmarkt und Georgimarkt gehen darauf zurück. Pfalzgraf Friedrich übergab im Jahre 1522 auf der Burg zu Lengenfeld seinen inzwischen volljährig gewordenen Mündeln, den Brüdern Ottheinrich und Philipp, die Regierung.  

1537

Herzog Philipp stiftete der Kirche St. Veit drei Glocken. Auf den beiden größeren ist unter dem pfälzischen Wappen zu lesen: "Philips von Gotes Genade Pfalczgraff pei Rein Hercog in Nidern und Ober Pairn ec der hat die zwo Glogken auf seinen Genade Koste lase giesen mit samt dem Henge nach der Geburt Gristi 1537 Iar". Da aber der Kirchturm von St. Veit nicht fest genug erbaut war, um die Glocken zu tragen, wurde ein hölzernes Glockenhaus am Südhang des Burgberges errichtet.  

1542

Um das Jahr 1531 begannen reformatorische Gedanken auch Burglengenfeld zu erfassen. Während Herzog Philipp wohl mehr auf seinem katholischen Glauben beharrte, wurde durch seinen Bruder, Herzog Ottheinrich, im Jahre 1542 für den ganzen Herrschaftsbereich die evangelische Lehre eingeführt. Es war dies das Jahr, in welchem der Markt Burglengenfeld auch das Stadtrecht verliehen erhielt. Nach einem kurzen katholischen Interim von 1547 bis 1552 wurde St. Vitus schließlich für Jahrzehnte evangelische Pfarrkirche und Burglengenfeld Sitz einer Superintendentur. Im Zuge der Gegenreformation hatte Herzog Wolfgang Wilhelm 1613 das katholische Bekenntnis angenommen und führte es nach seinem Regierungsantritt ein Jahr später im Herzogtum Neuburg ein.  

1617

Im Mai 1617 wurde in St. Vitus die letzte evangelische Taufe beurkundet und noch im gleichen Monat die Pfarrei wieder mit einem katholischen Pfarrer besetzt.  

1618

Nach der Rekatholisierung wurde die Kirche den neuen Verhätnissen angepaßt; Herzog Wilhelm ließ einen neuen Altar errichten. Als Altaraufsatz wurde der Hochaltar der Burgkapelle in St. Veit aufgestellt. Bald jedoch brachten die Wirren des 30 jährigen Krieges Tod und Vernichtung, St. Georg wurde fast zerstört, St. Vitus und der Pfarrhof verfielen, die Gemeinde schrumpfte auf 535 Seelen.  

1661/65

Nach dem Friedensschluß besserten sich die Verhätnisse allmählich, Schäden wurden beseitigt. Der Bildhauer Johann Gebhart Gswendtner fertigte die Kirchstuhlwangen.  

1748/49

Anstelle des "vermoderten oberen Täfelpodens" wurde eine neue Decke eingezogen. Sie erhielt den reichen Stuckaturschmuck und die Deckengemälde, die wir heute noch bewundern können. Im gleichen Stil war der ursprüngliche Chor ausgestaltet, der 1937 dem Erweiterungsbau weichen mußte. Sein Deckengemälde mit der Anbetung des Allerheiligsten durch die vier Weltteile ging dadruch leider verloren. Das große und die kleineren Deckengemälde stammen wahrscheinlich von Matthias Zintl; unbekannt ist, auf wen Entwurf und Ausführung der Stuckarbeiten zurückzuführen sind.  

1865

Unter Pfarrer Josef Bierl (1863-1878) wurde eine allgemeine Erneureung vorgenommen, bei welcher neben anderem ein neuer Hauptaltar und zwei neue Nebenaltäre aufgestellt wurden. Den Hochaltar schuf Bildhauer Plank aus Regensburg, das neue Altarbild, den hl. Vitus in seiner Glorie darstellend, der akademische Maler Walter. Die Nebenaltäre fertigte Schreinermeister Tretter von Friedenfels. Von alledem ist heute nichts mehr erhalten. Ein großes Kruzifix mit Madonna schnitzte Bildhauer Brückl aus Stadtamhof. Dieses Kreuz schmückt heute den Hauptaltar, die Madonna befindet sich in der Filialkirche in Pottenstetten.  

1882

Das Glockenhaus am südlichen Burgberghang war so baufällig geworden, daß die Bezirksregierung aus Sicherheitsgründen das Einstellen des Geläuts anordnen mußte.  

1891

Eine Verstärkung der Balken brachte eine povisorische Lösung. Im Jahre 1891 unter H. H. Pfarrer Dengler wurde der Kirchturm erhöht und die Glocken konnten endgültig im neuen Turm aufgezogen werden. Bei diesem Umbau erhielt der Haupteingang sein heutiges neuromanisches Portal. Im Innern wurden die erneuerungsbedürftigen Deckengemälde durch Kunstmaler Runge im Nazarener Stil übermalt.  

1927

Im Jahre 1927 wurden drei weitere Glocken aus der Gießerei Hamm in Regensburg beschafft. Während des 2. Weltkriegs mußten sie zu Rüstungszwecken wieder abgeliefert werden.  

1937/38

Durch die Entwicklung der Stadt war das Platzangebot der Kirche schon lange unzureichend und eine Erweiterung dringend geboten. Ein erster Plan hierfür war schon 1884 ausgearbeitet worden. Geldmangel, 1. Weltkrieg und Inflation verzögerten eine Verwirklichung. Auf Initiative von Geistl. Rat Josef Graf, Pfarrer in Burglengenfeld von 1934 bis zu seinem Tode 1959, konnte schließlich nach weiteren schwierigen Vorverhandlungen am 17. Okt. 1937 die Grundsteinlegung zu einem Anbau erfolgen. Planung und Bauaufsicht lagen in den Händen des Regensburger Architekten Günthner. Der alte Chorraum wurde abgebrochen und an den verbliebenen Chorbogen ein großer quadratischer Bau angefügt, der nach oben in eine eindrucksvolle Kuppel mündet. Am 14. und 15. August 1938 weihte Bischof Dr. Michael Buchberger die nun "größere Pfarrkirche St. Vitus" feierlich ein, im Zusammenhang mit der Firmung von etwa 500 Kindern aus Burglengenfeld und dem benachbarten Maxhütte.  

1941

Zum Kirchweihfest des Jahres 1941 war der neue Hochaltar fertiggestellt. Der Entwurf und die künstlerische Gestaltung lagen in Händen des Burglengenfelder Künstlers Karl Bornschlegel, in Zusammenabreit mit Architekt Günthner und Oberkonservator Marxmüller, München, als Berater. Die Fassung des Altares wurde dem Kirchenmaler Böckl aus Regensburg übertragen.  

1954

Im Jahre 1954 erstellten die Kirchenmaler Spitzner und Scheidemandel die Bilder in der Kuppel.  

1956

Als Ersatzleistung des Staates für die im Krieg abgelieferten Glocken erhielt die Kirche 1956 zwei neue Glocken zu Ehren der h. Maria und des hl. Josef.  

1963/65

vitusturm

 

Unter Stadtpfarrer Josef Bock (in Burglengenfeld von 1959 bis 1975, gest. am 31. Dez. 1981) erfolgten umfangreiche Renovierungen und Veränderungen. Zu Sanierungsarbeiten an Mauerwerk und Dach trat im Inneren eine Umgestaltung des Hochaltars und des Chorraumes. Die von Bornschlegel geschaffenen Altarfiguren (Kruzifix, Maria, Johannes, St. Vitus und St. Georg) wurden auf die rechte Seite des Chorraumes verbracht. An ihre Stelle am Altar traten das Kruzifix von Brückl, das bisher unter dem Chorbogen hing. eine Madonna aus der Filialkirche in Pottenstetten, sowie Figuren von Petrus und Paulus aus der Kreuzbergkirche Burglengenfeld. Zwei Fenster, zwischen welchen der Hochaltar ursprünglich Platz finden mußte, wurden zugemauert, der Altar selbst wurde durch vergoldete Akanthusblätterornamente aus der Werkstatt Helmer und Pledl, Regensburg, verbreitert. Die beiden Seitenaltäre (Rokoko um 1750) aus der Filialkirche Pottenstetten fanden nun hier ihren neuen Platz. Zwei kleine neuerworbene Rokokoaltäre mit dem Heiligen Franziskus und Antonius (heute auf der Empore) flankierten in der alten Kirche den Chorbogen. Auf der linken Chorseite wurde eine Empore für eine neue Orgel eingezogen, im Jahre 1965 diese Orgel durch die Firma Nenninger, München, errichtet und 1966 eingeweiht. Die alte Orgel, historisch nicht von Bedeutung, die sich auf der bis dahin noch zweigeschoßigen Empore im Langhaus der alten Kirche befand, wurde zusammen mit der zweiten Empore abgebaut. Unter dem Einfluß der Liturgiereform des 2. Vatikanischen Konzils wurde 1965 ein Volksaltar in die Mitte des Chores gestellt und den Bänken die heutige Anordnung gegeben. Ambo und Altar aus rotem Veroneser Marmor schuf etwas später (1973) der Schwandorfer Bildhauer Peter Mayer. In der alten Kirche wurde unter Einschaltung des Bayer. Landesamtes für Denkmalspflege von dem akademischen Maler Vogel die Original-Deckenbemalung freigelegt und wiederhergestellt, die Fenster erfuhren eine stilistische Umgestaltung.  

1985

Auf Initiative von H. H. Pfarrer Willibald Baumgartner (in Burglengenfeld seit 1975) erfolgte durch Kirchenmaler Georg Hiltl, Regensburg, eine umfangreiche Restaurierung der Deckengemälde, wobei besonderer Wert auf die Wiederherstellung der ursprünglichen barocken Fassung gelegt wurde.

 

Die Ägidius-Kirchen Pottenstetten

Ägidius, ein heiliger Abt in der Provence, gest. um 725, ist der einzige Nothelfer, der nicht den Märtyrertod gestorben ist. Sein Name kommt aus dem Griechischen und heißt „Schildträger“. Die „Legenda aurea“ deutet seinen Namen jedoch ganz anders: „Ägidius kommt von e, das heißt ohne; und geos: Erde; und dyan: leuchtend oder: göttlich. Denn er war leuchtend  in großer Weisheit; göttlich durch die Liebe, die den Liebenden dem Geliebten gleich macht“. (Legenda aurea 666) Ägidius ist einer der volkstümlichsten Heiligen. „Seine Fürbitte wird angerufen bei Aussatz, Pest, Krebs, Irrsinn, ehelicher Unfruchtbarkeit, bei Dürre, Sturm, Feuersbrunst, Menschenfurcht, in großer geistiger Not und Verlassenheit, für eine gute Beichte, von stillenden Müttern, von Krüppeln.“ (Melchers 557).Sein Fest wird am 1. September gefeiert. Gestorben ist er um das Jahr 720 in Gallien. Aegidius
Dargestellt wird er oft im Benediktinerhabit, manchmal auch mit Mitra. Er trägt oft ein Buch in der Hand als Zeichen für die Regel, nach der er gelebt hat. Manchmal trägt er auch einen Abtstab. Immer wird er dargestellt mit der Hirschkuh, die beim ihm Schutz sucht. Manchmal steckt auch ein Pfeil in seiner Brust oder in seinem Schenkel. Jörg Riemenschneider hat ihn mit dem Buch in der Hand dargestellt und mit der Hündin, die seine Hand leckt, als Zeichen dafür, dass sie sich von ihm umsorgt und geschützt weiß. Sein Gesicht ist nach innen gekehrt, Bild für den Einsiedler, der in der Meditation Gott sucht.“


Die „neue“ Ägidius-Kirche mit ihrem achteckigen Grundriß und ihrem markanten Zeltdach.
Planung: Architekt Alfred Spitzner aus Parsberg
Erbaut: 1964, Bauzeit: 6 Monate
Einweihung: 08. November 1964

Die Kirche wurde als Oktogon geschaffen, das nicht nur dominiert und konzentriert, sondern auch der Verbindung von Altem und Neuem in einer diffusen Mischung von Licht und Dunkel einen überzeugenden Ausdruck verleiht. Die Dachkonstruktion besitzt einen einmaligen Zeltcharakter. Ungewöhnlich ist auch die Tatsache, dass sich in der gesamten Kirche keine Darstellung des „Gekreuzigten“ findet.
   
Die Innenansicht der neuen Kirche mit ihrem dominierenden Kreuz in der Mitte hinter dem Altar. Auffallend ist auch der Lichteinlass auf der linken und rechten Seite des Altar-Raumes, um diesen als leuchtenden Mittelpunkt erstrahlen zu lassen.
   
Der Kunstmaler Erich Schickling aus Ottobeuren war verantwortlich für die Gestaltung des modernen Kreuzweges.
Der Kreuzweg ist kein Kreuzweg im üblichen Sinne, der das Erlösungsdrama in vierzehn Mysterienstufen darstellt. Es beginnt gleichsam mit einem Vorspiel, das die Südwestwand einnimmt, während der eigentliche Kreuzweg erst mit der Westwand einsetzt. Hier erst löst sich aus den zuweilen übereinandergestellten und gedrängten Tafeln der einfache, gerade Weg des Mysterienvollzugs heraus, der in schräger Richtung nach oben der Höhe von Golgotha entgegenstrebt.
Über diesen Kreuzweg wurde ein eigenes Buch "Der Pottenstetter Kreuzweg" geschrieben, mit Texten von Arthur Maximilian Miller.
   
Erst im Jahre 1970, also 5 Jahre nach Fertigstellung der neuen Kirche, wurde eine neue Orgel in die Kirche eingebaut . Die Firma Weise aus Plattling wurde damit beauftragt und es entstand eine für die Ansprüche der Filialgemeinde gerecht werdende Orgel.
   
Der Bildhauer Peter Mayer aus Schwandorf versuchte, mit elementaren und konservativen Steinformen der neuen Architektur der Kirche gerecht zu werden, was ihm auch hervorragend gelungen ist. Die einzelnen Steingruppen, bestehend aus Altar, Ambo, Taufbecken und Säule, sollten durch ihre verwandten Formen miteinander sprechen, gleichsam eine Familie bilden.
   
In der Säule befindet sich der Tabernakel. Seine Bronzetür ist mit einem Kelch verziert, der die fünf Wundmale Christi trägt. Zur besseren Verdeutlichung der Gegenwart Christi befindet sich auch das ewige Licht in der Säule. Die Steingruppe besteht aus Muschelkalk, der in der Nähe von Würzburg gebrochen wurde.
   

Das zentrale Kreuz in der Mitte der Altarwand bildet einen Blickfang für jeden, der das Gotteshaus betritt. In der gesamten Kirche findet man keine Darstellung des Gekreuzigten. So stellt sich das „Gemmenkreuz“ (Edelsteinkreuz) als ein Siegeskreuz dar, das dem Betrachter die künftige Herrlichkeit vor Augen führt. Sieger ist nach der geheimen Offenbarung das Lamm, stilisiert dargestellt in dem silber glänzenden Oval mit sieben Fächern, sieben Amethysten und sieben Aussparungen. Das Lamm allein kann das Buch mit den sieben Siegeln öffnen.
Der auferstandene Christus ist das Zentrum, der Punkt Omega, dargestellt in Bergkristall in der Mitte. Die himmlische Liturgie verbirgt sich hinter folgender Symbolik:
Die vier Wesen, die zwölf Apostel, dargestellt in den quadratischen Emaillefeldern, die 24 Ältesten, dargestellt in den 4 x 6 Aussparungen an den vier Seitenkanten. Sie alle verbeugen sich vor dem, der auf dem Thron sitzt und vor dem Lamm.
   
Der Zeitpunkt, wann in Pottenstetten das erste Gotteshaus errichtet wurde, lässt sich leider nicht mehr feststellen. Wahrscheinlich war es, wie in den meisten anderen Dörfern des Mittelalters auch, eine einfache Konstruktion aus Holz, die im Laufe der Zeit einem Steinbau mit dicken Mauern Platz machte. Die in der Form bis 1964 bestehende Kirche mit den fast 1m dicken Mauern und der Turm dürften im 12. – 13. Jahrhundert erbaut worden sein. Die Kirche ist im romanischen Stil erbaut, mit einem barockem Zwiebelturmaufsatz.
   
Das Bild des Hl. Ägidius im Altar der alten Kirche. Eine Madonnenfigur befindet sich in der Pfarrkirche St. Vitus.Dort befindet sich auch eine Marienfigur aus der alten Kirche, die jetzt am Hauptaltar unter dem Kruzifix steht. Sie wurde zum Tausch der jetzigen Madonna in der neuen Kirche nach Burglengenfeld gegeben.
   



Seit jeher befanden sich zwei Glocken auf dem Kirchturm, bis 1938 Josef Pinzl aus Straß eine dritte, die große Glocke spendete.

Im 2. Weltkrieg wurden am Sebastianstag 1943 die Glocken beschlagnahmt, nur eine Glocke verblieb auf dem Kirchturm, da sie einen Riss hatte. Diese eine Glocke verstummte bei einer Flurprozession an Pfingsten mitten im Geläut für immer.

Im Jahre 1950 gab die Filialgemeinde zwei neue Glocken in Auftrag.

Die größere ist die „St. Ägidius Glocke“ mit der Tonart a, auf der ein Bildnis mit dem hl. Ägid und der Text: „St.Ägid im Himmelslicht, vergiss Dein Pottenstetten nicht“ aufgegossen sind.

Im Glockenturm befindet sich noch immer das alte Uhrwerk, das viele Jahre seinen Dienst getan hat. Leider kann man das Herstellungsjahr nicht mehr bestimmen. Es muss irgendwann im 18. Jahrhundert eingebaut worden sein. Im Vordergrund auf dem Bild sieht man eine eigenartige Konstruktion aus Fahrradteilen und Elektromotoren. Der Dorfbewohner Otto Graf, ehemaliger Mesner und ein hochintelligenter Bastler, wollte sich mit dieser Konstruktion die leidige Pflicht vom manuellen aufziehen der Uhr ersparen, was ihm auch nach viel Mühe gelang.

Heute wird die Turmuhr mit einer modernen Funkuhr betrieben.




















































































































































Die Kreuzbergkirche



In der Barockzeit, die sich durch tiefe Gläubigkeit auszeichnete, entstand 1690 auf dem "Gaisberg" eine Kapelle, die der hl. Dreifaltigkeit geweiht wurde (Patrozinium Sonntag nach Pfingsten).
Ein Jahr zuvor hatten junge Männer bereits ein Eichenkreuz aufgestellt, vor dem Andachten abgehalten wurden. 1742 erfolgte eine Vergrößerung dieser Kapelle. Nach einem Blitzschlag im März 1835 brannte sie fast vollständig nieder. Bereits ein Jahr später konnte mit dem Neubau der heutigen Kirche auf den Ruinen begonnen werden. Baumeister war Adolf Bürgermeister, der als Schichtmeister in der Maxhütte arbeitete.

Baubeschreibung in "Kunstdenkmäler Bayern":

"Einfacher Bau mit eingezogenem quadratischen Chor. Drei Altäre, klassizistisch, mit geschnitzten Antependien aus dem 18. Jahrhundert; Kanzel, 18. Jahrhundert. Unter dieser stehen die überlebensgroßen Holzfiguren St. Petrus und St. Paulus in Weiß und Gold gefaßt, flotte Arbeiten aus dem 18. Jahrhundert; ehemals auf dem Hochaltar.

An der linken Chorwand spätgotisches Holzrelief der Krönung Mariä, Anfang des 16. Jahrhunderts, in Rokokorahmen. An der rechten Chorwand spätgotische Holzfigur der hl. Maria, auf dem linken Arm das unbekleidete Kind (um 1500).

"Die Herkunft der Einrichtung und der Kunstgegenstände, die wohl erst nach dem Brand 1835 beschafft wurden, ist weitgehend unbekannt. Die Kanzel mit einem richtenden Christus im Bischofsornat auf dem Baldachin trägt auf der Brüstung die Reliefs von drei Kirchenlehrern: Augustinus, Hieronymus und Gregor von Nazianz. Sie stammt wahrscheinlich aus St. Augustinus in Regensburg.

Beachtung verdienen die schön geschnitzten Kirchenstuhlwangen, insbesondere auch die reich geschnitzte vordere und rückwärtige Begrenzung der Bankreihen beim Eingang.

Unter der kleinen Kuppel des Chores mit einem bescheidenen Fresko der heiligsten Dreifaltigkeit zeigt der Hauptaltar ein Bild mit dem Gekreuzigten und Maria zu Füßen; im kleinen Feld darüber der hl. Sebastian. Die beiden Seitenaltäre mit den geschnitzten Antependien haben keine Aufsätze. Darüber an der Wand links ein Standbild des hl. Josef mit dem Kind auf dem rechten Arm., rechts die Figur des hl. Nepomuk.

Die Kirche war auch Gotteshaus der Nepomukbruderschaft.

Neben dem Eingang ein großes Kruzifix mit einer Marienstatue.

Die kleine Orgel, 1914 von der Fa. Martin Binder & Sohn, Regensburg, auf einer zweiten Empore eingebaut, erklingt bei besonderen Gottesdiensten, bei Hochzeiten und auch bei Kirchenkonzerten.

Das oben erwähnte, spätgotische Kunstwerk, die Krönung Mariä, ist leider durch Diebstahl abhanden gekommen, ebenso drei barocke Putten über der Kanzel. Die Holzfiguren von Petrus und Paulus schmücken jetzt den Hauptaltar von St. Vitus.

Im Zuge einer umfangreichen Renovierung der Kirche wurde 1963 vier neue Glocken von der Fa. Georg Hofweber, Regensburg, geliefert. Sie sind folgenden Heiligen geweiht: Franziskus, Michael, Wolfgang und Sebastian. Die 1956 in Auftrag gegebene "Piusglocke" von der Fa. Perner konnte der Kirche St. Sebastian zur Verfügung gestellt werden.


Die Sebastianskirche (Vorstadtkirche)



Ein Gelübde aus Anlaß der damals herrschenden Pest war der Grund für die Erbauung der kleinen Sebastianskirche im Jahre 1714. Sie stand ursprünglich in der Verlängerung der Naabbrücke. Als 1898 die Eisenbahn nach Burglengenfeld gebaut wurde, mußte die Kirche abgetragen werden, um eine dirkete Straßenführung zum neuerrichteten Bahnhof zu ermöglichen. Um 60 m versetzt wurde sie neu aufgebaut und am 20. Januar 1902 eingeweiht.Die Kirche und der rechteckige Turmunterbau sind mit Bruchsteinen gemauert, der achteckige Turmunterbau ist ein Ziegelmauerwerk. Der Altarraum ist eingezogen und hat einen dreiseitigen Schluß.
Die Decke ist flach und ohne Gemälde. Das Altarbild zeigt den Kirchenpatron St. Sebastian (20. Januar) und den Pestpatron St. Rochus. Der dahinter befindliche Engel hält eine Tafel mit der lateinischen Beschriftung "Contra pestem patroni" (gewidmet dem Patron gegen die Pest).
Das Bild ist nicht signiert, der Künstler unbekannt. Das Altarbild, ferner eine Statue des hl. Wolgang, eine hölzerne Tafel mit der Chronik der ersten Kirche, sowie ein hölzerner Opferstock und ein kleines Altarkreuz stammen noch aus der Inneneinrichtung der ersten Kirche. Die Kirche verfügt über 40 Sitzplätze und ebenso viele Stehplätze.
Zwei Glocken, die erst 1930 angeschafft worden waren, mußten während des Krieges abgeliefert werden. 1951 erhielt St. Sebastian eine Glocke von Pielenhofen aus der Werkstatt Hamm, Regensburg. Sie wiegt 120 kg und schlägt die Stunde. 1964 wurde die "Piusglocke" (mit Reliefbild von Papst Pius X.) vom Kreuzberg nach St. Sebastian gebracht. Sie wurde 1956 von Perner, Passau, gegossen und wiegt 102 kg. Sie schlägt jetzt die Viertelstunden.

 


Impressum | Haftungsausschluss | Kontakt